Dom40 Seynsche RZ

Experteninterview mit Olaf Seynsche von DOMUS Leuchten

Olaf Seynsche (Domus) | SchoenesZuhause.com
Foto: Olaf Seynsche - domus-licht.de

Wie wichtig ist Licht für den Menschen?

Wie bindet man gekonnt Leuchten in sein Wohnkonzept ein, worauf ist dabei zu achten und wie wichtig ist Licht für den Menschen?

SCHÖNES ZUHAUSE hat mit Herrn Olaf Seynsche von Domus Leuchten gesprochen.

SCHÖNES ZUHAUSE: Sie bauen seit 1966 Leuchten. Wie hat sich in den letzten Jahrzehnten der Einsatz von Leuchten verändert?

Olaf Seynsche: Die Gestaltung der Leuchte war schon immer dem Zeitgeist unterworfen. In der heutigen Zeit haben Leuchten immer häufiger auch einen Objektcharakter. Sie sind keine rein funktionalen Objekte mehr, sondern nehmen in der Innenarchitektur einen wichtigen gestalterischen Platz ein. Materialien und Formensprache der Leuchten sind auf die Architektur abgestimmt und prägen das Erscheinungsbild eines Raums sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

Einen grundlegenden Wandel in der Gestaltung von Leuchten hat die LED mit sich gebracht. Hier werden völlig neue Ansätze bei der Gestaltung der Leuchten möglich und auch benötigt. Ein einfacher Austausch der Glühlampe gegen eine LED nutzt weder die technischen Vorteile einer LED noch führt er zu einer gelungenen Gestaltung. Einen weiteren Innovationsschub werden hier sicherlich in den kommenden Jahrzehnten die OLEDs bringen. Im Gegensatz zu den immer stärker verbreiteten LEDs sind organische LEDs (OLEDs) Flächenstrahler, die ein weiches und eher diffuses Licht abstrahlen.

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SCHÖNES ZUHAUSE: Wie sieht die ideale Lichtgestaltung von Wohnraeumen aus? Worauf ist zu achten?

Olaf Seynsche: Hierbei muss man klar nach den verschiedenene Wohnräumen und Wohnbereichen differenzieren. Küche, Wohnraum oder Schlafzimmer dienen unterschiedlichen Bedürfnissen und stellen daher auch ganz unterschiedliche Anforderungen an die Beleuchtung.

Im Schlafzimmer gehört zu einer Allgemeinbeleuchtung z.B. durch eine Deckenleuchte unbedingt im Bereich des Bettes eine Leuchte zum Lesen. Diese ist idealerweise dimmbar oder hat einen begrenzten Lichtkegel, so dass man noch lesen kann, während der Partner bereits schlafen möchte.

Am besten plant man mehrere Lichtquellen für einen Raum ein. So kann man Lichtinseln schaffen und in einem Raum Akzente setzen. Eine punktuelle Beleuchtung kann bestimmte Dinge in den Vordergrund rücken und den Blick lenken.

Durch den Einsatz verschiedener unabhängiger Leuchten kann man das Licht je nach Nutzung anpassen. Wenn diese dann noch dimmbar sind, steht einem entspannten Feierabend nichts mehr im Wege.

SCHÖNES ZUHAUSE: Warum ist Licht fuer den Menschen so wichtig?

Olaf Seynsche: Licht ist die unabdingbare Voraussetzung für alles Leben: Licht ist Leben. So beeinflusst Licht zum Beispiel den Circadianen Rhythmus, also die „innere Uhr“ des Menschen und hat somit direkten Einfluß auf unser Wohlbefinden. Vom Licht hängt ab, ob wir müde sind oder aktiv, ob wir uns konzentrieren können und ob wir uns wohlfühlen.

Seit ca. 800.000 Jahren nutzt der Mensch das Feuer als Wärmequelle, zum zubereiten der Nahrung, als Schutz und selbstverständlich auch als Lichtquelle. Der menschliche Organismus ist auf diesen Wechsel zwischen Aktivität bei Sonnenlicht und Ruhephasen bei Licht mit hohem Rotanteil wie Feuer und Kerzenlicht angepasst. Tageslicht mit einem höheren Blauanteil wirkt aktivierend, warmes Licht wie z.B. einer Glühlampe mit geringem Blauanteil unterstützt die Ruhe- und Erholungsphase.

Daher sollte man darauf achten, dass man vor dem Zubettgehen keinen kaltweissen und zu hellen Lichtquellen ausgesetzt ist. Die heutigen Halogenlampen sind hier ideal, da Sie in Ihrem Spektrum dem Kerzenlicht ähnlich sind und sich auch problemlos dimmen lassen.

Wichtig für die Einordnung einer Lichtquelle ist hierbei der Begriff der Farbtemperatur. Je höher die Farbtemperatur ist, desto größer ist der Blauanteil des Lichtes. Glühlampen haben in etwa eine Farbtemperatur von 2.800K, das mittlere Tageslicht kann man mit 5.500K angeben und Tagelichts-Leuchtstofflampen zwischen 5.600K und 8.800K. Für den Wohnbereich sind also Lichtquellen mit einer Farbtemperatur von 2.500K bis ca. 3.300K zu empfehlen. Die Angabe der Farbtemperatur befindet sich bei den meisten Herstellern direkt neben der Angabe der Wattage.

SCHÖNES ZUHAUSE: Wie wichtig sind dem Kunden Qualitaet und Verarbeitung von Leuchten?

Olaf Seynsche: Erfreulicher Weise legen viele Kunden heute wieder verstärkt Wert auf Qualität und Verarbeitung bei Leuchten, die „Geiz ist geil“ Mentalität scheint auf dem Rückzug. Denn der Begriff der Nachhaltigkeit ist in aller Munde: es ist nicht nur die Materialauswahl und –verarbeitung, die ein Produkt nachhaltig macht, sondern erst eine lange Lebensdauer und ein hoher Gebrauchsnutzen rechtfertigen den Einsatz wertvoller Ressourcen. Auch sind Reparaturmöglichkeit und die mögliche Versorgung mit Ersatzteilen wie zum Beispiel Schirme wichtige Kriterien bei der Kaufentscheidung

Wir bei Domus verstehen unter Qualität nicht nur den reinen materiellen Aspekt: auch für das Design einer Leuchte kann man den Qualitätsbegriff verwenden. Eine ausgereifte und durchdachte Gestaltung, die auf modische Spielereien verzichtet ist auch in mehreren Jahren noch attraktiv und ansprechend.

Zunehmend beobachten wir, dass die Kunden verstärkt nach der Herkunft eines Produktes fragen und Interesse an den Menschen hinter den Produkten zeigen. Die Identifikation des Kunden mit den Unternehmensleitlinien gewinnt an Bedeutung. Hier bietet das Internet gerade auch kleinen und spezialisierten Unternehmen Chancen, in einem zunehmend globalisierteren Markt neue Kunden zu gewinnen.

SCHÖNES ZUHAUSE: Geben Sie unseren Lesern bitte noch ein paar Tipps. Auf welche Kriterien sollte beim Leuchtenkauf geachtet werden.

Olaf Seynsche: Die wichtigste Frage muss zuerst geklärt sein: welchen Zweck soll die Leuchte erfüllen? Soll es ein Stimmungslicht sein oder den großen Esstisch erhellen?

Das Licht muss aktive Zeiten und Ruhephasen sinnvoll unterstützen. Wollen Sie Ihrem Heimarbeitsplatz ausleuchten oder suchen Sie eine Leuchte für ihr Schlafzimmer? Im ersten Fall bietet sich die Verwendung einer Leuchte mit Vollspektrum-Tageslicht-Röhren an, die eine gute Lichtausbeute mit einem aktivierenden und die Konzentration fördernden Lichtspektrum kombinieren. Für den Schlafbereich sind Leuchten mit Halogenlampen zu bevorzugen, da diese ein warmes Licht geben und auch problemlos gedimmt werden können.

Auch sollte innerhalb eines Raumes das gleiche Leuchtmittel verwendet werden. Eine Mischung von Glühlampen und sogenannten Energiesparlampen in einem Raum sollte vermieden werden, da die technisch bedingte schlechtere Farbwiedergabe im direkten Vergleich besonders ins Auge fällt.

In den privaten Wohnbereichen, in denen man sich vom Alltag zurückziehen, entspannen und zur Ruhe kommen möchte, sollte man auf eine Ausleuchtung mit „warmen“ Lichtquellen achten.

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